Sportanlagen

Sportanlage Frankfurter Bogen
Baustelle (Stand August 2016)

Die Sportanlage Frankfurter Bogen entsteht im Frankfurter Stadtteil Preungesheim und beinhaltet die Errichtung eines Großspielfelds mit Naturrasenbelag, einer Kampfbahn mit Kunststofflaufbahnen und zentralem Kunstrasengroßspielfeld, einem Kunststoff-Kleinspielfeld sowie zwei Minispielfeldern mit Kunstrasenbelag. Ferner ist der Bau einer Dreifeld-Sporthalle mit Nebengebäude geplant.

Die Wettkampfanlage mit benachbarten Klein- und Minispielfeldern erhält eine Trainingsbeleuchtungsanlage. An den Stirnseiten der Großspielfelder und um die Klein- sowie Minispielfelder sind Ballfangeinrichtungen mit 4 und 6 m Höhe geplant. Kampfbahn und Naturrasenspielfeld erhalten zusätzlich eine umlaufende Zuschauerbarriere zur Trennung der Sport- und Wegeflächen. Die beiden Minispielfelder werden mit einem Bandensystem eingefasst.
 
Im Norden der Sportanlage ist die Errichtung eines Lärmschutzwalles mit aufgesetzter Lärmschutzwand geplant, welche überwiegend bepflanzt wird. Die Wand wird an mehreren Stellen mittels Holz- und Glaselementen aufgelockert.

Im Bereich der Zuwegung zur Sportanlage werden Stellplätze für PKW errichtet welche durch Wegeverbindungen mit den Sportflächen verbunden sind. Diese Flächen dienen gleichzeitig als Zufahrt und Umfahrung für Rettungskräfte.

Der anstehende Baugrund mit geringer Tragfähigkeit muss durch Bodenverbessungsmaßnahmen in Form von Einfräsung eines hydraulischen Bindemittels standfest gemacht werden.

Im Rahmen der Planung und Bauausführung wird ein Maßnahmenkatalog zur Sicherung der ökologischen Funktionalität berücksichtigt und umgesetzt, welcher u.a. die Verpflanzung von Großbäumen vorsieht.

Die Bearbeitung und Durchführung des Projekts erfolgt in einer Bürogemeinschaft zusammen mit dem Planungsbüro Pätzold & Snowadsky, Osnabrück.

HOAI-Leistungsphasen: 01 bis 09
Bauzeit:  2013 bis 2016

Dier nachfolgenden Bilder wurden uns vom Grünflächenamt Frankfurt zur Verfügung gestellt.

         Baustelle Juli 2015

 

      Baustelle Ende März 2016

 

      Baustelle Mai 2016

 

     Baustelle Anfang August 2016

Sportanlage Hemsbach
Sportanlage Hemsbach August 2016

Die Sportanlage Hemsbach bestand ursprünglich aus einem Rasenspielfeld mit umlaufender Tennenlaufbahn, zugehörigem Tennen- und Rasensegment sowie je einem weiteren Tennen- und Rasengroßspielfeld. Eine Wiesenfläche diente zusätzlich als Bolzplatz.

Die jahrelange, überwiegend reine Fußballnutzung durch einen Verein bewirkte einen Umdenkprozess. Unter Beteiligung der Bevölkerung beschloss die Stadt, auf dem riesigen Areal in der Nähe des Wiesensees ein Sport- und Freizeitgelände für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen zu errichten.

Die Realisierung des Vorhabens erfolgte in zwei Bauabschnitten. Begonnen wurde Mitte Mai 2015 mit dem Bau der Sportanlage. Der Baubeginn der angrenzenden alla-hopp-Freizeitanlage erfolgte im Herbst 2015 und wurde durch das Büro Schelhorn Landschaftsarchitekten aus Frankfurt am Main begleitet.

Wettkampfanlage

An der Stelle der bestehenden Tennenlaufbahn mit Rasenspielfeld wurde eine Wettkampanlage in Anlehnung an den Typ C mit Kunststoffrasengroßspielfeld und Kunststofflaufbahn errichtet.

Die Leichtathletikflächen der Wettkampfanlage bestehen aus einer 400 m-Rundbahn (4 Einzelbahnen) mit integrierter Kurzstrecke auf der Westseite, die auch die 110m-Hürdestrecke beinhaltet. Die südliche Segmentfläche wurde, wie das Spielfeld, mit Kunststoffrasenbelag versehen und kann als Aufwärm- und Torschusstrainingsfläche genutzt werden. Das Nordsegment wird, wie die Laufbahn, mit einem Kunststoffbelag ausgestattet und dient der Leichtathletik. Es wurde eine Weitsprunganlage mit zwei Anlaufbahnen vorgesehen. Die vorhandene Hochsprunganlage wird weiterverwendet und in diesem Segment angeordnet.

Es wurde ein gießbeschichteter, wasserundurchlässiger Kunststoffbelag in 15 mm Dicke nach DIN 18035, Teil 6 aufgebracht. Für die Verwendung eines gießbeschichteten Belags sprechen, trotz der höheren Herstellungskosten, die geringeren Unterhaltungskosten und die größere Dauerhaftigkeit im Vergleich zu wasserdurchlässigen Belägen.

Der Aufbau des Kunststoffrasensystems erfolgte nach DIN 18035, Teil 7. Als Spielfeldbelag war grüner Kunststoffrasen mit Polfüllung vorgesehen. Die Länge der geraden Fasern beträgt 40 mm. Der aus stabilisiertem Polyethylen bestehende Belag ist wasserdurchlässig und wurde mit Quarzsand und Gummigranulat verfüllt. Der Kunststoffrasenbelag liegt auf einer ebenfalls wasserdurchlässigen Elastikschicht, die auch langfristig einen ausreichenden Kraftabbau sicherstellt. Die Herstellung erfolgte im Ortseinbau mit einem Fertiger.

Kunstrasenkleinspielfeld

Das vorhandene Trainingsrasenspielfeld westlich der Wettkampfanlage wurde durch ein Kunststoffrasenkleinspielfeld ersetzt. Das Spielfeld liegt annähernd in O-W-Richtung und hat die Bruttomaße 54 x 74 m. Unter Berücksichtigung der hindernisfreien Räume vor den Ballfangzäunen ergibt sich eine Netto-Größe von 50 x 70 m. Der Aufbau des Kunststoffrasensystems entspricht dem des Großspielfeldes.

Kugelstoßanlage

Aus Sicherheitsgründen wurde die Kugelstoßanlage außerhalb der übrigen Sportflächen, nordwestlich der Laufbahnen angeordnet, bleibt jedoch in der Nähe der weiteren leichtathletischen Anlagen im Segment der Wettkampfanlage. Der Stoßkreis wurde als Betonfertigelement vorgesehen und über eine Umpflasterung mit Betonsteinen an die Wegeflächen der Sportanlage angebunden. Die Auftrefffläche für die Kugel ist als Sektor ausgebildet, mit dem gemäß Wettkampfregeln zulässigen Winkel. Als Flächenbefestigung wurde ein Tennenbelag erstellt, der die Kugelabdrücke sichtbar macht und bei fachgerechter Pflege lange stabil und ebenflächig bleibt. Die Einfassung der Tennenfläche erfolgte mittels Kantensteinen mit elastischer Abdeckung und einer Mähkante aus elastischen Platten.

Wegeflächen

Der Hauptzugang zu den Sportflächen wurde beibehalten und erfolgt weiterhin durch das Tor am Ende des Parkplatzes, südwestlich des Kleinspielfeldes.

Das neue Kunstrasenkleinspielfeld grenzt an den südlich vorhandenen Betonsteinpflasterweg an. Der Weg soll beibehalten werden, musste jedoch aufgrund der Gefälle- und Höhensituation umfangreich angepasst werden.

An der nördlichen Längsseite des Kleinspielfeldes ist lediglich ein ca. 50 cm breiter Pflasterstreifen als Pflege- und Mähkante befestigt. An den Stirnseiten wurden die über die Sicherheitszonen hinausgehenden hindernisfreien Räume in 2 m Breite bis zu den Ballfangzäunen mit Betonsteinpflaster ausgeführt.

Die Rundlaufbahn wurde umlaufend mit einem Pflegeweg aus Betonsteinpflaster versehen, der auch als Zuschaueraufstellfläche dient. Hier sind auch die Abstellflächen für mobile Jugendfußballtore integriert.

Im Bereich der vorhandenen Tribünenanlage wurde die neue Pflasterfläche an die Tribünenunterkante herangeführt. Links und rechts des bestehenden Gebäudes erfolgte eine Anpassung an die vorhandenen Wegeflächen.

Eine Pflegezufahrt auf die Sportflächen erfolgt durch zweiflügelige Tore in der Zuschauerbarriere.

Ergänzend zur Zufahrt über den Parkplatz im Südwesten kann ein bestehendes Zauntor in der Einfriedung östlich neben der Sporthalle genutzt werden. Zudem bleibt das vorhandene Zauntor im Norden der Anlage erhalten und wird eine Behelfszufahrt über Rasenflächen im Bereich der Kugelstoßanlage ermöglichen.

Der Umfang der nutzbaren Sportflächen wird verringert. Durch die Baumaßnahme ergab sich daher kein erhöhter PKW-Stellplatzbedarf.

Zaun- und Ballfanganlagen

An den Stirnseiten der Kunststoffrasengroßspielfelder wurden annähernd auf Spielfeldbreite 5 m bzw. 6 m hohe Ballfänge errichtet, um bei zeitgleicher Nutzung der unterschiedlichen Sportflächen Störungen und Verletzungen der Sportler zu vermeiden.

Um die gesamte Rundlaufbahn wurden Zuschauerbarrieren aus Stahl-Rundrohr (Höhe ca.
1 m) vorgesehen. Offene Durchgänge mit ca. 1 m Breite ermöglichen den Zugang zum Spielfeld und den Spielerkabinen. Die Zufahrt für Pflegefahrzeuge erfolgt über ein zweiflügeliges Barrieretor an der Westseite der Laufbahn.

Zum Schutz vor Vandalismus und unsachgemäßer Nutzung sind die Sportflächen mit einer Einfriedung versehen worden. Der in weiten Teilen vorhandene Außenzaun der Sportanlage wurde hierfür genutzt und ergänzt. Auf der Westseite wurde ein neuer Zaunabschnitt erforderlich, um die Einfriedung der Sportanlage zum übrigen Freizeitgelände hin zu schließen.

Beleuchtungsanlage

Im Anfangsstadium der Planungen äußerte der Verein den Wunsch nach einer LED-Beleuchtungsanlage an der Wettkampfanlage und am Kleinspielfeld. Diesem Wunsch wurde nachgegangen. Aufgrund der nahen Wohnbebauung und zur Untersuchung und Bewertung der Möglichkeiten die Anlage mit LED-Scheinwerfern auszurüsten, wurde das Ingenieurbüro Teichelmann IBT mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt.

Entsprechend der Ergebnisse dieser Untersuchung wurden an der Westseite der Laufbahn zwei und an der Ostseite drei Masten mit 20 m Höhe angeordnet sowie jeweils ein zusätzlicher Mast mit 18 m Höhe an den Scheitelpunkten der Laufbahn im Norden und Süden. Aufgrund der Lichtimmissionswerte ist die Verwendung von insgesamt 17 Planflächenstrahlern mit Halogen-Metalldampflampen erforderlich, die teilweise zudem mit Blendungsschuten und Schatterblechen zur Reduzierung der Lichtimmissionswerte der Nachbarn ausgerüstet wurden.

Für das Kleinspielfeld ist eine 4-Mastanlage mit jeweils einem Fluter und einer Masthöhe von 16 m ausreichend.

Die Verwendung von LED-Scheinwerfern wurde aufgrund der nicht vermeidbaren Überschreitung der Lichtimmissionswerte sowie aus finanziellen Gründen verworfen.

Die Schaltanlagen erlauben es, sowohl das gesamte Spielfeld als auch nur eine der Spielfeldhälften zu beleuchten (Halbfeldschaltung), so dass eine bedarfsgerechte und wirtschaftliche Ausleuchtung der Sportflächen möglich wird.

Zur Reduzierung der Gefahr bei Blitzeinschlägen wurden die Masten der Beleuchtungsanlage sowie sämtliche neu erstellten Metallzäune und Barrieren an einen Potentialausgleich angeschlossen. Dieser wurde durch ein um die gesamte Sportfläche herum verlaufendes Erdungsband aus Edelstahl erstellt. Die Masten wurden zusätzlich mit einem Schrittspannungsschutz (vermaschte Quadrate aus Edelstahlbändern um die Fundamente) versehen.

Dies kann jedoch lediglich die Gefahr bei Blitzeinschlägen reduzieren, nicht verhindern. Freisportanlagen sind bei Gewitter unter allen Umständen umgehend zu räumen.

Für die beiden Spielfelder sind jeweils Trainingsbeleuchtungsanlagen mit mindestens
80 Lux Gebrauchswert vorgesehen worden. Zudem können die leichtathletischen Flächen und das südliche, mit Kunststoffrasen ausgestattete Segment so beleuchtet werden, dass eine Trainingsnutzung ermöglicht wird.

Entwässerung

Eine Versickerung von Regenwasser ist aufgrund der ungünstigen Baugrundverhältnisse und des hohen Grundwasserstandes nicht möglich. Ein Anschluss der Sportflächen zur Abführung von überschüssigem Regenwasser an eine Vorflut war daher erforderlich.

Bei dem Kunststoffrasen handelt es sich um einen wasserdurchlässigen Belag. Anfallendes Oberflächenwasser wird somit in den Spielfeldaufbau und anschließend in die Dränage abgeführt. Als innere Einfassung der Laufbahn und zur Abführung des Oberflächenwassers der Kunststoff- und Kunststoffrasenflächen wurde eine Muldenrinne vorgesehen. Eine offene Rinne ohne Abdeckung ermöglicht eine einfache Reinigung der Rinne. Gleichzeitig kann der Übergang der Segmente und des Spielfeldes zur Laufbahn nahezu höhengleich ausgeführt werden. Auf die gemäß Wettkampfrichtlinie für Leichtathletik notwendige 5 cm hohe Aufkantung wurde verzichtet.

Die angrenzenden Pflasterflächen wurden, soweit möglich, mit Gefälle nach außen angelegt, so dass Oberflächenwasser in die angrenzenden Nebenflächen geführt wird. Dort wurden flache, ca. 1 m breite Mulden ausgebildet, in denen das Wasser langsam versickern kann.

Gemäß den Angaben der Baugrunderkundung ist der Untergrund kaum wasserdurchlässig, daher wurde der Einbau eines Dränsystems gemäß DIN 18035 zur homogenen Entwässerung des Sportflächenoberbaus notwendig. Innerhalb des Spielfeldes wurden im Abstand von etwa 6 m Dränsaugerleitungen verlegt und mit einer Sickerpackung aus Schotter oder Kiessand verfüllt. Diese münden in Dränsammlerleitungen, die sich jeweils an den Stirnseiten der Spielfelder befinden. An der Innenseite der Laufbahn sowie im Bereich der Kugelstoßtennenfläche sind ebenfalls Dränleitungen verbaut worden.

Durch die Verwendung von gelochten und gewellten Kunststoff-Vollsickerrohren oder Teilsickerrohren und durch den Einbau speicherfähiger Dränpackungen wird eine Abflussverzögerung und eine Wasserabgabe an den Untergrund bereits in den Fließstrecken des Dränsystems erreicht. In Verbindung mit der Unterkonstruktion der Sportflächen ist somit sowohl eine kurzfristige Rückhaltung innerhalb des Entwässerungssystems gewährleistet, wie auch eine sichere Abführung der restlichen Abflussmengen an die Vorflut. Zur Kontrolle und Reinigung des Entwässerungssystems wurden Revisions- und Absetzschächte eingebaut.

Beregnungsanlage

Durch Befeuchten lassen sich die Spieleigenschaften eines Kunststoffrasensystems optimieren. Zudem kann die im Sommer auf der Belagsoberfläche bis über 50°C ansteigenden Oberflächentemperatur reduziert werden.

Im Bereich des Großspielfeldes war eine erst wenige Jahre alte Beregnungsanlage vorhanden. Die Rohrleitungen sollten erhalten und weiter genutzt werden, was jedoch nach einer Druckprobe verworfen wurde um späteren Schäden und umfangreichen Reparaturarbeiten im Bereich des Kunstrasens vorzubeugen.

Die Versenkregneranlage wird über ein elektrisches Steuergerät sektionsweise betrieben. Für das Kunstrasenkleinspielfeld wurde eine Ergänzung der Beregnungsanlage vorgesehen und mit zusätzlichen Regnern ausgestattet.

Die Steuerung beider Plätze, sowohl der Beregnungs- als auch Beleuchtungsanlage, erfolgt zentral über Schlüsselschalter im Außenbereich des Technikraums am Kleinspielfeld.

Ausstattung / Sonstiges

Die beiden Tore des Großspielfeldes sind in Bodenhülsen eingebaut und herausnehmbar. Die Jugendfußballtore sind mobil und durch Gewichte beschwert und gesichert. Für diese mobilen Tore wurden an den Spielfeldrändern, bzw. außerhalb der Laufbahn entsprechende Aufstellflächen eingerichtet. Am Großspielfeld wurden außerhalb der Laufbahn zwei Kabinen für Auswechselspieler vorgesehen.

Die vorhandene Sitztribüne wurde erhalten und vom Verein teilweise überarbeitet. Im Bereich zwischen den beiden Spielfeldern wurde eine Hecke aus Hainbuchen gepflanzt, um eine optische Trennung der beiden Spielfelder zu erreichen. Am Abschluss des Heckenstreifens wurde je ein Baum in Form eines Hochstammes vorgesehen, um kleine Schattenbereiche z.B. für Schulkinder beim Sportunterricht zu schaffen.

Der Hecke vorgelagert und zur Laufbahn orientiert ist eine Sitzgelegenheit angeordnet.

Um die relativ „technische“ Erscheinung der Sportanlage aufzulockern und einen gemeinsamen Rahmen mit der direkt angrenzenden allahopp-Anlage zu schaffen, wurde tangierend zu den äußeren Wegeflächen der Einbau von locker angeordneten Muschelkalksteinblöcken vorgesehen. Die Steine, die größtenteils im umlaufenden, begünten Wall versetzt wurden, dienen als Sitzgelegenheiten sowie optische Auflockerung.

Um die Sport- und allahopp-Anlage herum wurde eine Finnenlaufbahn errichtet, welche Freizeitsportlern und Vereinsmitgliedern weitere Laufmöglichkeiten bietet. Der erhöhte Verlauf über den östlichen Wall entlang der Längsseite der Kampfbahn bietet einen Blick über die gesamte Sportanlage. Einzelne Robinienstämme bieten zusätzliche „Hindernisse“ und fangen die Böschung ab.

Besondere Herausforderungen während der Baumaßnahme ergaben sich durch den äußerst schwierigen und inhomogenen Baugrund in Kombination mit einem hohen Grundwasserspiegel. Insbesondere die Gründung der Flutlichtmasten erforderte umfangreiche statische- und bodenmechanische Berechnungen um die Standfestigkeit zu gewähren. Ferner war eine Baugrundstabilisierung notwendig, um ein tragfähiges Erdplanum für den weiteren Aufbau der Sport- und Wegeflächen zu erhalten.

Auf wochenlange Dürre und Trockenheit folgten im Spätsommer diverse Regentage, die ein komplettes Fertigstellen der Kunststoffflächen verhinderten. Die Kunststoffarbeiten wurden im November 2015 witterungsbedingt eingestellt und im Frühjahr 2016 fertiggestellt.

Trotz der insgesamt schwierigen Baumaßnahme wurde durch ein sehr gutes Zusammenspiel zwischen Bauherr (Bauamt und ISEK), der bauausführenden Firma Strabag Sportstättenbau GmbH aus Dortmund und dem Planungsbüro ein sehr gutes Ergebnis erreicht, an dem die Bürger und Sportler der Stadt Hemsbach lange Freude haben werden.

 

Veröffentlichung in der playground@landscape 2/2017

 

Die nachfolgenden zwei Bilder wurden während der Bauzeit im Oktober 2015 aufgenommen,                                                                                    Bildquelle: Strabag Sportstättenbau GmbH, Dortmund

 

Nachfolgend Luftbildaufnahmen der fertiggestellten Sportanlage,                                                                                                                                        Bildquelle: Vermessungsbüro Buchholz, Koblenz

Stadion am Brentanobad, Frankfurt am Main

Die Ausgangslage

Neben den beiden größeren Arenen, in denen die Bundesligamannschaften der Eintracht und des FSV Frankfurt ihre Heimspiele austragen, verfügt die Stadt Frankfurt über ein weiteres Stadion. In der Sportanlage am Brentanobad, das sich an der Ludwig-Landmann-Straße im Stadtteil Rödelheim befindet, spielt die Frauenfußballmannschaft des 1. FFC Frankfurt, die 2015 die Champions-League gewinnen konnte und zurückliegend bereits mehrere deutsche Meistertitel errungen hat.
Daneben wird die Sportanlage auch von den Fußballvereinen SG Rot-Weiß Frankfurt und ESV Blau-Gold Frankfurt als Heimspielstätte genutzt. Die bereits seit ca. 1940 bestehende Sportanlage erhielt 1988 auf einem der beiden Trainingsplätze den ersten Kunststoffrasen in Frankfurt. 1992 wurde am Hauptspielfeld eine Tribüne mit knapp über 1.000 Sitzplätzen errichtet, in der ein Funktionsgebäude mit Gaststätte integriert ist.

Seit 2006 gab es seitens der Stadt Frankfurt Überlegungen zur Modernisierung des Stadions, da die alten Rasenstehstufen und die das Hauptspielfeld umgebende Tennenlaufbahn in die Jahre gekommen und teilweise marode waren. Zudem entsprach die komplette Infrastruktur des Stadions nicht mehr den aktuellen Anforderungen an ein modernes Fußballstadion aus dem auch TV-Live-Übertragungen durchgeführt werden. Die für Spiele in höheren Ligen und internationalen Wettkämpfen (UEFA-Cup Damen) geltenden Anforderungen in Hinblick auf Sicherheit und Ausstattung, wie z.B. Zaunanlagen, ausreichende Fluchtwege und moderne Toilettenanlagen, wurden nicht mehr erfüllt.
Die Stadt Frankfurt beschloss daher 2011 die Modernisierung der gesamten Sportanlage, einschließlich der beiden Trainingsplätze. Vorgesehen wurden die Sanierung und Anpassung des Rasenspielfeldes im Stadion, der Neubau von Tribünenanlagen und eines weiteren Funktionsgebäudes, die Erneuerung des kompletten Entwässerungssystems und der Wasserversorgung, der Bau einer Flutlichtanlage, die Schaffung von Wegeflächen, PKW- und Busstellplätzen, der Umbau eines Tennenspielfeldes zum Kunstrasenplatz sowie die Sanierung des vorhandenen Kunstrasenspielfeldes. Der Schmutzwasserkanal des Tribünengebäudes war marode und für die geregelte Abführung des Regenwassers mussten Rückstaukanäle vorgesehen werden, da die Baugrundverhältnisse eine Versickerung nicht zuließen.

Das Büro S. Lukowski + Partner aus Darmstadt wurde vom Grünflächenamt der Stadt Frankfurt mit der Planung der Außenanlagen und Sportflächen beauftragt. Die Planungen zum neuen Funktionsgebäude, der Flutlichtanlage des Hauptfeldes und des Kanalsystems wurden durch das Hochbauamt der Stadt betreut. 

 Die Planungen zur Modernisierung

Auf der Vorplanung des Grünflächenamtes aufbauen, sah der Entwurf der Landschaftsarchitekten vom Büro S. Lukowski + Partner eine großzügige Schaffung von zwei neuen Eingängen an der Ostseite zur Ludwig-Landmann-Straße sowie einen neuen Parkplatz für knapp 60 PKW im Norden des Stadions vor. Das Stadion soll zukünftig ausschließlich für den Fußballsport genutzt werden. Die vorhandene Laufbahn und die Leichtathletikanlagen konnten somit entfallen, wodurch die Zuschauerplätze an das Spielfeld heranrückten. Jeweils 8 Stehstufen auf drei Seiten umschließen zusammen mit den Sitztribünen das Spielfeld komplett. Als markantes Erkennungsmerkmal sind die Ecken im Bereich der Stehstufenanlagen jeweils zweimal um 45-Grad abgewinkelt und bilden dadurch kurze schräg zum Spielfeld verlaufende Abschnitte.
Das Stadion sollte nach dem Umbau eine Kapazität von etwa 5.650 Zuschauerplätzen aufweisen.
Die neuen Stehstufen können im Bedarfsfall durch mobile Zaunelemente in drei Blöcke abgetrennt werden. Sämtliche Infrastruktureinrichtungen wie Toilettenanlagen, Kioskstellplätze, Zuschauereingänge und Fluchtwege wurden entsprechend dieser möglichen Blocktrennung dimensioniert und zugeordnet. Für mobile Kioske und Fernsehkameras wurden Aufstellflächen mit den erforderlichen Versorgungsanschlüssen geschaffen.

Für die Planung und Umsetzung des Projekts gab es mehrere besondere Anforderungen. Neben Altlasten in den alten Erdwällen der Stehstufen und schwierigen Baugrundverhältnissen bestand auf der gesamten Anlage Kampfmittelverdacht. Die größte Herausforderung war jedoch, dass der Umbau unter laufendem Betrieb erfolgen sollte. Das bedeutete, die Bauarbeiten mussten sowohl terminlich wie auch logistisch auf die Termine der Meisterschafts- und Champions-League-Spiele abgestimmt werden. Die Zuschauerführung, Zufahrten, Rettungswege, Standorte für Übertragungswagen und Kamerastandorte etc. mussten zu jedem Spieltag im Vorfeld geregelt und die Baustelle entsprechend abgesichert werden. Eine Mindestkapazität von 2.800 Zuschauern musste zu jedem Spieltag gewährleistet werden. Eine Durchführung der Baumaßnahmen in mehreren Teilabschnitten war daher unumgänglich.

Das Rasenspielfeld des Stadions wurde während der Spielpause im Sommer erneuert. Da es zurückliegend in den Herbstmonaten immer wieder zu Problemen mit starker Regenwurmaktivität kam, erfolgte ein kompletter Neuaufbau. Nach Abtrag der Rasennarbe und der alten Rasentragschicht, wurde auf den Baugrund ein Geotextil ausgelegt, welches auch in die Drängräben unter den Dränleitungen hindurchgezogen wurde und Regenwürmern das Eindringen zukünftig erschweren soll. Anschließend wurden eine Dränschicht und, um Zeit zu sparen, eine fertig gemischte Rasentragschicht aufgebracht. Mit den anschließend verlegten Rasendicksoden konnte eine termingerechte Fertigstellung vor Beginn der neuen Saison gewährleistet werden. Im Rahmen der Bauarbeiten wurde auch die gesamte Versenkberegnungsanlage erneuert. Auch hier konnte aufgrund der bereits in der Planung berücksichtigen Vorbereitungen ein reibungsloser Betrieb gewährleistet werden, obwohl bei Abbruch der alten Technikeinrichtungen der entsprechende Raum im neuen Funktionsgebäude für die Steuerung und Druckerhöhungsanlage noch nicht zur Verfügung stand. Dies galt ebenso für die Stromversorgung der Beleuchtungsanlage am Trainingsplatz.

Der Bereich zwischen Trainingsplätzen und der Südtribüne des Stadions wurde neu geordnet. Auf einer neu geschaffenen, großzügigen Platzfläche können Mannschaftsbusse sowie Fernseh-Übertragungswagen geparkt werden. Daneben konnte noch ein Kunstrasen-Minispielfeld mit einer Bandennetzanlage als zusätzliche Sportfläche integriert werden.

Zur angrenzenden Ludwig-Landmann-Straße wurden Eingänge mit Kassen und Eingangskontrollen in ausreichender Größe neu angelegt. Auch der Haupteingang im Nordwesten des Stadions zum Rödelheimer Parkweg wurde neu dimensioniert und erweitert.

Die Zaunanlagen und Abschrankungen wurden in Abstimmung mit dem DFB und der UEFA geplant. Anstelle eines 2,20 m hohen Sicherheitszaunes zum Spielfeld wurde lediglich eine 1,10 m hohe Abschrankung vorgesehen, um ein möglichst offenen und freundlichen Stadioncharakter zu erhalten. Daher wurde auch auf eine fest eingebaute Blocktrennung verzichtet.
Aufgrund der beengten Verhältnisse und zum Schutz der Zuschauer und der angrenzenden Parkplatzflächen wurden stirnseitig 8 m hohe Ballfangnetze angeordnet. Um trotzdem uneingeschränkte Aufnahmen einer Hintertorkamera zu ermöglichen, wurde eigens ein Kamerapodest in die südliche Ballfangnetzanlage integriert. Die Kamera befindet sich somit in 4 m Höhe oberhalb des Fußballtors. 

 Die Trainingsplätze

Der vorhandene Kunststoffrasenbelag auf dem westlichen Trainingsplatz war stark abgenutzt und sollte erneuert werden. Im Zuge dieser Erneuerung musste das Spielfeld gemäß der Anforderungen des DFB für Bundesliga-Jugendmannschaften auf die Netto-Maße 100 x 64 m vergrößert werden. Die Erneuerung der Oberflächenentwässerung, der Leitungen der Beleuchtung und der Be-regnungsanlage und somit auch der Umgangswege und Zuschauerbarrieren waren erforderlich. Aufgrund der notwendigen Platzvergrößerung mussten auch Teile der Trainingsbeleuchtungsanlage angepasst und einige Masten der Anlage neu gesetzt werden.
Das östliche Tennenspielfeld wurde während der Bauarbeiten teils als Lagerfläche, teils als Parkplatzfläche für Spieltage genutzt. Zum Ende der Gesamtmaßnahme wurde der Platz unter Beibehaltung der Ausrichtung zum Kunstrasenplatz umgebaut.

Nicht zuletzt aufgrund der guten und effektiven Zusammenarbeit des Grünflächenamtes der Stadt Frankfurt, des Planungsbüros S. Lukowski + Partner aus Darmstadt und der mit den Bauarbeiten an den Sport- und Freiflächen beauftragten Firma Heus-Betonwerke GmbH aus Elz, konnten die im Juli 2013 begonnen Bauarbeiten termingerecht und unter Einhaltung des Kostenrahmens zum Saisonbeginn 2015 abgeschlossen werden.  

Veröffentlichung in der PLAYGROUND@LANDSCAPE 6/2015

 

Stadion am Brentanobad vor dem Umbau:

Stadion am Brentanobad nach dem Umbau:

 

   

 

Sportanlage Ostpark, Frankfurt am Main
Die alte Laufbahn (mit Rindenmulchbelag) der Sportanlage Ostpark sowie das östliche Tennenspielfeld wurden im Jahr 2012 zurückgebaut und durch eine gegenüber dem Bestand um 90 Grad gedrehte Kampfbahn mit grünem (Auflage Denkmalschutz) Kunststoffbelag Typ D ersetzt. 
Somit wurde eine für Sportler ideale Nord/Süd-Ausrichtung der Sportanlage erreicht.

Die neue Kampfbahn erhielt ein Großspielfeld für Fußball mit polverfülltem Kunstrasenbelag. Zwei Querspielfelder wurden in blauer Linierung aufgebracht. Im nördlichen Segment wurden zwei Minispielfelder mit transparenten Bandensystem und Ballfangnetzen errichtet, im südlichen Segment zwei Sprunggruben. Eine neue 6-Mast-Trainingsbeleuchtungsanlage ermöglicht auch in der dunklen Jahreszeit Spiel- und Trainingsbetrieb. Versenkberegnungsanlagen für alle drei Kunstrasenspielfelder vervollständigen die technische Ausrüstung. 

Umlaufende Wegeflächen, Ballfangeinrichtungen, Bänke, etc. ermöglichen eine komfortable Nutzung und Erreichbarkeit der einzelnen Sportanlagen und schaffen Zuschaueraufstellflächen.
  
Das gesamte Entwässerungssystem einschließlich Drainage wurden erneuert. Da keine Anschlussmöglichkeit an das städtische Kanalnetz bestand und eine Einleitung in den nahegelegenen Ostparkweiher behördlich nicht gestattet war, wurden vier Füllkörperrigolen zur Aufnahme des Oberflächenwassers eingeplant.

Besondere Herausforderungen während der Bauphase ergaben sich durch den sehr bindigen, nicht standfesten Baugrund sowie Kampfmittelbelastungen. Aufgrund zahlreicher Verdachtsflächen und Bombenfunde wurden mehr als 2.000 m3 Erdreich bewegt. Eine Absperrung bzw. Evakuierung des Areals musste zeitweise veranlasst werden.

Trotz dieser Unwegbarkeiten hat die Firma Strabag Sportstättenbau GmbH aus Dortmund und die Firma Polytan die Sportanlage zu aller Zufriendenheit fristgerecht fertiggestellt.

Die Sportanlage liegt im Frankfurter Ostpark, östlich des Ostparkweihers und ist über die Ostparkstraße zu erreichen.

HOAI-Leistungsphasen: 01 bis 09
Bauzeit:  09. Mai bis 22. Oktober 2012


Veröffentlichung auf stadionwelt.de
Veröffentlichung in der PLAYGROUND@LANDSCAPE 5/2013
 
       
Westerbachsportanlage Eschborn

Die Westerbachsportanlage Eschborn, Stadtteil Niederhöchstadt, besteht aus einer Turnhalle mit angrenzender Gaststätte, einer Kampfbahn, einem Kunstrasengroßspielfeld sowie einem Kunstrasenkleinspielfeld.
Der Umbau begann im Jahr 2010 mit der Erweiterung der bestehenden Turnhalle bzw. dem Neubau einer Sporthalle mit Anschluss an den Bestand durch das Büro AG5, Darmstadt.
Die neue, sehr gut ausgestattete Sporthalle ermöglicht den Nutzern durch die großzügige Fensterfront einen freien Panoramablick über die restliche Sportanlage. Im Hintergrund sind die Ausläufer des Taunus zu erkennen.
 
Die Aufwertung der Westerbachsportanlage und die damit verbundene höhere Besucher- und Nutzerzahl machte eine Erweiterung der vorhandenen Stellplatzmöglichkeiten unumgänglich. Der marode und durch Baumwurzeln sehr unebene Parkplatz an der Georg-Büchner-Straße wurde durch ein zweigeschossiges Parkdeck ersetzt. Die Planung erfolgte ebenfalls durch das Büro AG5.
Die umfangreichen Hochbaumaßnahmen erforderten eine komplette Neugestaltung der Außenanlagen im Bereich des Vorplatzes (Fa. WISAG)  zwischen Turnhalle und Vereinsheim sowie im Bereich des Parkdecks (Fa. Sixel) durch das Büro S. Lukowski + Partner. Der Vorplatzbereich mit Stellplätzen für PKW und Fahrrad wurde neu gepflastert. Über eine Rampenanlage mit Winkelstützmauer gelangt man auf die tiefer gelegene Kampfbahn sowie zu den beiden Kunstrasenplätzen. Ein Kassenhäuschen sowie neu errichtete Zaunanlagen ermöglichen einen kontrollierten Einlass auf die Sportflächen.
Die an die Turnhalle angrenzende Gaststätte erhielt eine neue Terrasse mit Pergola, die als Sonnen- und Wetterschutz dient.
Die untere Parkdeckebene, Zu- und Ausfahrt sowie an das Parkdeck angrenzende Flächen wurden mit Betonsteinpflaster erstellt. Vegetationstechnische Arbeiten vervollständigen die Außenanlagen.
Durch die Umbaumaßnahme war auch eine Neuplanung der Entwässerung notwendig. Dach- und teilweise Oberflächenwasser wird über eine neu verlegte Hauptentwässerungsleitung (bis Durchmesser DN400) in den angrenzenden Westerbach geleitet. Die Planung erfolgte durch das Büro Binge Ingenieure, Darmstadt.
 
Der Umbau der Sportflächen begann im Sommer 2010 mit der Errichtung eines Kunstrasenkleinspielfelds durch die Fa. Strabag Sportstättenbau GmbH, Dortmund. Das Kleinspielfeld liegt im südöstlichen Teil der Sportanlage. Insbesondere die nördliche Ecke des Kunstrasenplatzes ragt weit in die Böschung zum angrenzenden Weg hinein und musste mit umfangreichen Betonarbeiten abgefangen werden. Die Fa. Henrich Bau aus Eschborn errichtete zu diesem Zweck eine Winkelstützanlage auf Betonfundamenten um die Standfestigkeit des Platzes zu garantieren.
Das Spielfeld mit den Abmessungen von 41 x 24 m brutto wurde mit einem Pultdachgefälle von 0,8 % ausgebildet. Als Kunstrasensystem wurde ein polverfüllter Kunstrasenbelag auf einer im Ortseinbau erstellten Elastikschicht von der Fa. Desso hergestellt.
Die Tiefbauarbeiten zur Errichtung des Kleinspielfelds erwiesen sich aufgrund des sehr schlechten Baugrundes sowie anhaltenden Regenfällen als sehr schwierig. Ein Bodenaustausch in Teilbereichen war unerlässlich. Die Fundamente für die beiden 12 m-Flutlichtmasten gründeten in ca. 3 m Tiefe, da erst dort ausreichend standfester Baugrund vorhanden war. Die Drainage wurde an die neu errichtete Hauptentwässerungsleitung in Richtung Bach angeschlossen.
An den beiden Stirnseiten des Platzes und an der Längsseite zum angrenzenden Westerbach wurde ein 5 m hoher Stahlgitterzaun als Ballfang errichtet. Längsseitig wurde für Ballfang und Winkelstützelemente aus statischen Gründen ein durchgehendes Fundament verwendet. Um die Pflege des Kunstrasensystems zu erleichtern wurde der Einbau eines 2-flügeligen Tores im Ballfangzaun vorgesehen. Pflegegeräte können somit problemlos vom bestehenden Kunstrasengroßspielfeld zum Kleinspielfeld und umgekehrt bewegt werden.
Ein an drei Seiten angrenzender Betonsteinpflasterweg ermöglicht den Zugang zum Spielfeld und vermindert den Schmutzeintrag auf den Kunstrasenbelag.
Aufgrund der Geländesituation und parallel laufender Hochbaumaßnahmen erfolgte die Bauzufahrt über die alte Tennenlaufbahn im Norden der Anlage. Das Kunstrasenkleinspielfeld wurde im Herbst 2010 fertiggestellt.
 
Die Umbaumaßnahme der Kampfbahn mit Segment begann im März 2011 und wurde durch die Fa. Rundel GmbH, Frankfurt a.M., durchgeführt.
Das Nordsegment wurde bereits in 2007 unter Leitung des Büro S. Lukowski + Partner umgebaut. Das Südsegment wurde nun in eine Kunststoffrasenfläche umgebaut und gibt den Vereinen eine zusätzliche Möglichkeit zum Torwarttraining bzw. dient als Aufwärmfläche.
 
Die vorhandene Tennenlaufbahn wurde in eine wettkampfgerechte Kunststofflaufbahn mit sechs Laufbahnen umgebaut. Als Kunststoffbelag fand ein 13 mm gießbeschichteter Belag Typ D nach DIN V 18035 Teil 6 mit blauer Oberschicht der Fa. Polytan auf einer gebundenen Tragschicht (Asphaltschicht) Verwendung.
 
Um die Laufbahn herum wurde eine Zuschauerbarriere mit mehreren Durchgangstoren errichtet. Diese ermöglichen u.a. die Zufahrt zum Rasenschnittgutcontainer. Tangierende Wegeflächen aus Betonsteinpflaster ermöglichen den bequemen Zugang zur Kampfbahn sowie der neu errichteten Tribüne mit Überdachung an der westlichen Längsseite (Planung AG5).
 
Die bestehende Tribüne zw. Kunstrasengroß- und Kleinspielfeld wurde oberhalb um eine Pflasterfläche mit Geländer erweitert, so dass auch Rollstuhlfahrer das Spielgeschehen verfolgen können. Auch die neu errichtete Tribüne an der Kampfbahn erhielt einen Bereich für Rollstuhlfahrer die somit sogar weitgehend regensicher an Veranstaltungen teilnehmen können.
Die bereits am Kunstrasenkleinspielfeld installierten Lautsprecher wurden um drei weitere innerhalb der Sportanlage ergänzt, so dass eine komplette Beschallung der Sportanlage bei Veranstaltungen möglich ist. Die Anordnung der Lautsprecher erfolgte gem. Lärmschutz-gutachten, damit eine Lärmemission  auf naheliegende Wohngebiete minimiert wird.
Um in Zukunft die Nachrüstung einer Flutlichtanlage für das Rasenspielfeld zu ermöglichen wurden auf Wunsch des Bauherrn Lehrrohre mit Zugdraht in den tangierenden Wegeflächen verlegt.  
Aufgrund des in 2011 sehr trockenen Frühjahrs herrschten sehr gute Baubedingungen, was jedoch an den schlechten Baugrundverhältnissen nichts änderte. Eine Kalkung bzw. Vermörtelung des Baugrundes im Bereich der Laufbahn, des Segments und der Wegeflächen wurde deshalb mit ausgeschrieben und durchgeführt.  Besonderer Wert wurde auf eine staubfreie Durchführung des Vorgangs gelegt, um die neue Turnhallenfassade nicht zu verschmutzen.
Nach Einbau der neuen Sportplatzentwässerungsrinne wurden die beiden angrenzenden Längsseiten des Rasenspielfelds mittels Fertigrasen in 1 m Breite wieder hergestellt.
Ablaufschwierigkeiten in der Bauphase ergaben sich durch bereits seit längerem festgelegte Veranstaltungstermine wie ein einberufenes Fußballturnier auf dem Naturrasenplatz sowie die vorverlegte Einweihungsfeier der Sportanlage. Die Baustelle musste bis zum Fußballturnier soweit fertiggestellt sein, dass für Spieler und Zuschauer keine Unfallgefahr bestand, was durch die Fa. Rundel und die Bauleitung gewährleistet wurde.
Die Baumaßnahme wurde fristgerecht am 15. Juli 2011 fertiggestellt, so dass die  Einweihungsfeier wie vorgesehen am darauffolgenden Samstag zu aller Zufriedenheit stattfinden konnte.

Durch die sich überschneidenden Bauabschnitte und die vielen Einzelgewerke in der Gesamtmaßnahme Westerbachsportanlage Eschborn sowie recht beengten Verhältnissen war die Abwicklung der Maßnahme logistisch nicht einfach. Zu einem erfolgreichen Gesamtergebnis trugen jedoch die einzelnen Planungsbüros sowie der Projektsteuerer Bau Real aus Darmstadt, bei.

       

Kindertagesstätten und Spielplätze

Spielplatz "An der Ziegelei / Hinter dem Schlädchen", Groß-Zimmern

Die Gemeinde Groß-Zimmern plant den Neubau eines Spielplatzes am Übergang der beiden Wohngebiete „Alte Ziegelei“ und „Hinter dem Schlädchen“. In den jeweiligen Bebauungsplänen sind entsprechende, aneinander angrenzende Spielplatzflächen ausgewiesen. Die Gesamtfläche umfasst ca. 700 m² und hat eine nahezu rechteckige Ausbildung.

Der Spielplatz soll schwerpunktmäßig auf die Ansprüche von Kindern im Grundschulalter ausgerichtet werden. Das Gesamtkonzept soll aber auch Spielmöglichkeiten für Kleinkinder bereithalten, als auch Anreize zum Bespielen für Kinder bis etwa 14 Jahre bieten. Ziel der Planung ist die Einbettung von unterschiedlichen Spielgeräten in möglichst naturnahe Spielräume.

Der Kletter- und Bewegungsbereich bildet zusammen mit der darin integrierten Sandspielfläche den zentralen Spielbereich der Anlage. Im Mittelpunkt stehen der Kletterwald mit übereinander gelagerten Holzstämmen und Kletterpfosten sowie der angrenzende Seilgarten mit Kletternetzen und -seilen. Durch das hier geforderte Hangeln, Klettern, Hüpfen und Balancieren können die Kinder Ihre eigenen Grenzen ausdifferenzieren und Ihre Beweglichkeit sowie Ihren Gleichgewichtssinn trainieren. Die Anordnung der Bestandteile wird so gewählt, dass sich ein Rundparcours ergibt, in dem sich die Kinder auch Wettrennen liefern oder Fangspiele durchführen können.

Im Randbereich und durch einige Sträucher etwas abgetrennt befindet sich eine Spielhütte, die von Kindern gerne für Rollenspielen („Verkaufen“) genutzt wird. Hier können sich kleinere Gruppen oder einzelne Kinder auch etwas zurückziehen.

Der Rutschenhügel kann über eine Kletterrampe oder über einen Kletterhang aus Findlingen erobert werden. Eine Besonderheit stellt die hier angedachte Noppenrutsche dar. Durch die auf der Rutschfläche angeordneten Noppen werden die Kinder beim Rutschen immer wieder neu gefordert und können über die Noppen oder zwischen ihnen hindurch verschieden Wege ausprobieren. Zudem ermöglichen die Noppen das Beklettern der Rutsche von unten. In Kombination mit der neben der Rutsche angeordneten Rampe, ergeben sich eine Vielzahl an Interaktionsmöglichkeiten für die Kinder.

Eine nördlich an den Rutschenhügel anschließende Kletterbrücke bildet die Verbindung zum nächsten kleineren Hügel. Im Anschluss finden sich Baumstämme zum Balancieren und Überklettern sowie einzelne Natursteinfindlinge die auch optisch/ästhetisch als belebendes Element fungieren.

In der Nähe des Eingangs zum Spielplatz befindet sich eine Rollstuhlwippe. Diese Wippe ermöglicht jedoch nicht nur das Wippen für Rollstuhlfahrer, sondern kann auch als Stehwippe von mehreren Kindern gleichzeitig genutzt werden.

Die in der Nordostecke positionierte Über-Eck-Schaukel ist sowohl für die „Kleinen“ geeignet wie auch für ältere Kinder attraktiv. Durch die besondere Anordnung ergibt sich die Möglichkeit des interaktiven Schaukelns.

Der Eingangsbereich bis zum großen Kletterspielbereich sowie die Fläche um die Wippenrampe werden mit Pflastersteinen befestigt, wodurch auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität das bequeme Erreichen der zentralen Flächen des Spielplatzes ermöglicht wird. Unmittelbar neben dem Eingang, befindet sich auf der gepflasterten Fläche eine Bank-Tisch-Kombination, von der aus der gesamte Spielplatz überblickt werden kann. Hier können auch Getränke und Speisen abgestellt und verzehrt werden.

Ein prägendes Element stellen die vier niedrigen Mauern dar, die zum einen Spielbereiche voneinander abgrenzen, zum anderen aber auch als wiederkehrendes, verbindendes Element auf dem Gesamtgelände fungieren. Sie dienen ferner als weitere Sitzmöglichkeit oder sogar als Kletter- und Balanciermöglichkeit. Für die Nutzung als Sitzbank werden hier abschnittsweise Sitzauflagen aus Holz angebracht.

Sowohl die Pflasterflächen wie auch die Mauern werden aus Ziegelsteinen gefertigt und erinnern an die ehemalige Nutzung des Geländes als Ziegelei, die sich auch im Namen des Wohngebiets wiederfindet. Das markante Material verleiht dem Spielplatz zudem einen besonderen Charakter.

Das westlich angrenzende Grundstück ist bereits bebaut und eingefriedet. Die drei übrigen Seiten des Spielplatzes werden mit einem Zaun eingefasst, um des Beaufsichtigen kleinerer Kinder zu erleichtern und den Zugang zu der südlich an den Spielplatz anschließenden ehemaligen Ziegelgrube zu verhindern.

Der Spielplatz soll insgesamt einen offenen Charakter aufweisen, da die Fläche für größere Pflanzungen zu klein ist. Die beiden Grenzen zu den Nachbargrundstücken werden zur Abschirmung jeweils mit einem Pflanzstreifen aus Sträuchern eingegrünt. Die Pflanzungen ermöglichen auf kleinstem Raum eine Vielfalt von Spielmöglichkeiten (Verstecken, Klettern, Spielmaterial) und Erfahrungsmöglichkeiten (Werden, Wachsen, Absterben). Innerhalb der übrigen Fläche werden nur punktuell Sträucher eingesetzt, um zusammen mit den Bodenmodellierungen das Gelände zu strukturieren.

Über das Grundstück verteilt werden 4 Hochstämme, in Form einheimischer Laubbäume gepflanzt. Sie dienen vor allem zur Beschattung von Spiel- und Sitzbereichen, schaffen aber auch eine optische Begrenzung des „Spielraums“ nach oben und verleihen dem Spielplatz eine „grüne Atmosphäre“.

Bei der Pflanzenwahl wird als Grundlage die im Bebauungsplan aufgeführte Liste der geeigneten einheimischen, standortgerechten Gehölze herangezogen. Bei der Pflanzenverwendung sollte möglichst eine große Vielfalt angestrebt werden, um die Sinneswahrnehmung der Kinder zu fördern und zu stärken. Da es keine geeigneten, schwachwachsende einheimische Gehölze für beengte Verhältnisse gibt und um die Vielfalt bei den Frucht-, Blüten- und Laubformen zu erhöhen, werden ergänzend auch Ziersträucher Verwendung auf der Anlage finden.

Der Beginn der Bauausführung ist für den Frühsommer 2016 geplant.

KITA Fossilchen, Messel

Die HEAG Südhessische Energie AG (e-netz Südhessen) mit Sitz in Darmstadt beabsichtigte als Vorhabenträger und Treuhänder der Gemeinde Messel die Umgestaltung und Erweiterung der Freifläche an der Kindertagesstätte Fossilchen in Messel.

In diese Freifläche wurde zudem eine öffentlich zugängliche Spielplatzfläche integriert. Die Maßnahme wurde im Rahmen der Entwicklungsmaßnahme des Baugebiets "Auf der Wentzenrod" in Messel durchgeführt.

Mit den Erd-, Tiefbau- und Straßenbauarbeiten zur Entwicklung des Baugebietes wurde bereits vorab begonnen. Im Bereich der Erweiterungsfläche, die bisher landwirtschaftlich genutzt wurde, wurde bis zum Baubeginn der Oberboden abgetragen. Am Übergang zur Erweiterungsfläche musste zu Beginn der Bauarbeiten ein Höhenversprung von ca. 100 cm, welcher durch eine Winkelstützmauer abgefangen wurde, abgebrochen werden. Der Geländesprung wurde in die zu erstellende Freifläche integriert und teilweise als Böschung ausgebildet, zum Teil auch mit übereinander angereihten Natursteinblöcken abgefangen.

Im Zentrum der Freifläche entstand ein mit Betonsteinpflaster befestigter, in Form einer 8 geschwungener, Parcours. An diesen schließen weitere mit Betonsteinpflaster befestigte Flächen an. Mehrere vorhandene Spielgeräte wurden wieder eingebaut sowie Fallschutzflächen und Sandspielflächen angelegt. Ein vorhandener Matschtisch musste inklusive Wasseranschluss versetzt werden. Neue Natursteinfindlinge und Baumstämmen lockern die Fläche auf.

Die Freifläche ist mit einem Stahlgitterzaun eingefriedet, der auch eine Unterteilung der öffentlich zugänglichen Fläche und des für die Kindertagesstätte nutzbaren Bereichs ermöglicht. Der größte Teil der Freifläche ist als Gebrauchs- und Spielrasenfläche hergestellt. Abschnittsweise wurde Fertigrasen verlegt, um einige Bereiche früher nutzen zu können. In Randbereichen wurde eine Blumenwieseneinsaat vorgenommen. Ergänzend wurden Baum- und Strauchpflanzungen vorgesehen.

Die Erstellung der Freianlage erfolgte in mehreren Abschnitten. Um eine möglichst rasche Nutzung von Teilflächen für die Kindertagesstätte zu ermöglichen, wurde zunächst der an das Gebäude anschließende Bereich fertiggestellt. Anschließend erfolgte die Bearbeitung der Erweiterungsflächen.

Die Spielfläche wurde im Herbst 2014 fertiggestellt.

Spielplatz Orscheläcker, Reinheim

Im Westen von Reinheim-Spachbrücken entstand das neue Wohngebiet "Die Orscheläcker". Auf dem nördlich gelegenem Grundstück mit ca. 2.450 m2 Fläche wollte die Stadt Reinheim einen Spielplatz errichten.

Das für den Vorentwurf entwickelte Gesamtkonzept sollte sowohl für Kleinkinder Spielmöglichkeiten bereithalten, wie auch für Kinder bis ca. 14 Jahre Anreize zum Bespielen bieten. Die Anlage wurde durch Geländemodellierungen abwechslungsreich gestaltet und in unterschiedliche Spielbereiche gegliedert. So wurden Möglichkeiten für ungestörtes Spielen geschaffen. Gleichzeitig wird ein Bespielen mehrere Bereiche in einer Art "Parkour" ermöglicht. Durch das bewegte Gelände und die Gliederung der Spielbereiche werden die Kinder aufgefordert die verschiedenen Räume zu erkunden und für sich zu erobern.

Im Mittelpunkt des Spielplatzes stehen der Kletterwald und der angrenzende Seilgarten. Durch das hier geforderte Klettern, Hangeln, Hüpfen und Balancieren können die Kinder ihre eigenen grenzen ausloten und ihre Beweglichkeit sowie Gleichgewichtssinn trainieren. Der Aussichtsturm mit Rutsche und Hängebrücke bildet den Hochpunkt der Spielanlage und gibt den Kindern einen Überblick über den gesamten Kletter- und Bewegungsbereich.

Eine etwas abseits angeordnete Nestschaukel sowie zwei Trampoline sind sowohl für die "Kleinen" geeignet wie auch für ältere Kinder attraktiv. Die mehrfach gewünschte Seilbahn befindet sich im westlichen Bereich.

Der Hütten- und Spielsandbereich ist vorwiegend für die jüngeren Kinder gedacht. Kleine Spielhütten ermöglichen Rollenspiele, währen die Sandfläche mit dem Backtisch zum Formen, Bauen und Buddeln animiert. Verstreute Findlinge bieten erste Möglichkeiten zum Klettern und Hüpfen.

In den Randbereichen entstanden durch teilweise dichter bepflanzte Bereiche Nischen und abgeschlossene Räume, die als Rückzugsbereiche dienen. Einen ebenfalls etwas ruhebezogeneren Bereich bietet der Weidenpavillon mit den angrenzenden Weidentunneln. Ein großzügiges Holzdeck an einer exponierten Stelle lädt zum Sitzen, Liegen und Bespielen ein. Als weitere Ausstattungselemente wurden eine Sitzgruppe mit Tisch und Bänken sowie Abfallbehälter vorgesehen.

Die gesamte Anlage ist mit einem 1,50 m hohen Stabgitterzaun eingefasst. Wege- und Spielplatzflächen sind wasserdurchlässig befestigt.

Für die Eingrünung der Anlage wurden bevorzugt einheimische Sträucher verwendet. Die Baum- und Strauchpflanzung dient auch als Schattenspender sowie zur Verbesserung des Kleinklimas.

Der Spielplatz wurde im Frühjahr 2014 fertiggestellt.

Stadt- und Freiraumplanung

Dorf- und Festplatz in Spachbrücken, Reinheim

Im Ortskern von Spachbrücken wurde durch den Abbruch baufälliger Gebäude eine Fläche frei, die zum Dorf- und Festplatz umgestaltet werden soll. Das westlich der Kirche und des Pfarrhauses anschließende Gelände umfasst ca. 1.400 m².

Südlich wird die Fläche durch Wohnbebauung begrenzt. Im Norden schließt sich, oberhalb einer teilweise mit Bäumen und Sträuchern bewachsenen Böschung, der um mehrere Meter höher liegende Friedhof an, der durch eine Mauer eingefasst wird. Östlich verläuft die Erbacher Straße. Für die südlich angrenzenden Wohngebäude bestehen Wegerechte über die Fläche. Hier sind entsprechende Wegeverbindungen und Zugangsmöglichkeiten zu berücksichtigen.

Auf dem Grundstück befanden sich früher zwei Gebäude und mehrere Garagen, die allesamt bereits abgebrochen wurden. Die Fläche fällt ungleichmäßig von Ost nach West und von Nord nach Süd. Im westlichen Bereich sind mehrere größere Bäume vorhanden. Das Grundstück wird vorübergehend als Baustelleneinrichtungs- und Lagerfläche für laufende Straßenbauarbeiten genutzt.

Der zukünftige Platz soll als Aufenthalts- und Erholungsraum für die Bewohner des Ortsteils dienen und zudem für die jährliche Feier der Kirchweih als Festplatz genutzt werden.

Ein Arbeitskreis mit interessierten Bürgern begleitet den Planungsprozess. Die Wünsche und Anregungen des Arbeitskreises wurden bei der Entwicklung des Konzeptes und bei der Auswahl der Ausstattung berücksichtigt.

 Der Platz soll als zentraler Ort im Ortskern zum Verweilen, Ausruhen oder Unterhalten anregen. Gleichzeitig soll eine möglichst große, befestigte, flexibel nutzbare Fläche für den Festbetrieb bei der Kirchweihfeier angeboten werden.

Um die unregelmäßige Gefällesituation ausgleichen und möglichst viel nutzbare Fläche erhalten zu können, wird die Böschung zum nördlich anschließenden Friedhofsgelände am Fuß durch eine ca. 1 m hohe Mauer abgefangen. Der Platz wird dadurch eingefasst und erhält eine definierte Begrenzung. Die eigentliche Platzfläche erhält ein gleichmäßiges, moderates Gefälle, welches für eine ausreichende Oberflächenentwässerung sorgt, die Nutzung als Festplatz jedoch nicht einschränkt. An der Nord- und Südkante des Platzes wird jeweils eine Baumreihe angeordnet, welche die Fläche einrahmt und auch an heißen Tagen Schattenbereiche bietet. Die südliche Baumreihe verdeckt vom Platz her gesehen die wenig attraktive Fassade des anschließenden Wohngebäudes. Zwischen den Baumreihen öffnet sich der Blick von der Erbacher Straße kommend auf die schöne Natursteinfassade der im Osten angrenzenden Gebäude.  Der Platz ist über die Nordwestecke von der Erbacher Straße her befahrbar.

So wie der östliche Teil der Grundstücksfläche abgesenkt wird, muss der südwestliche Teil angehoben werden, um insgesamt eine gleichmäßig moderat fallende Platzfläche zu erhalten. Der Übergang zur Erbacher Straße wird daher mit mehreren Treppenstufen abgefangen, die im Verlauf entlang der Erbacher Straße in Richtung Norden langsam auslaufen. In der Nordwestecke sind Platzfläche und Gehweg der Erbacher Straße wieder auf einem Niveau. Hier bestehen sowohl die Zufahrt zum Platz wie auch ein barrierefreier Zugang.

Im Südwesten ragt die Platzfläche in den Gehwegbereich der Erbacher Straße hinein und verbindet die beiden Bereiche. Um einen harmonischen Eingang zu schaffen, wird die Treppenanlage hier abgerundet und bildet einen Viertelkreis.

Die Treppenstufen werden durch zwei Pflanzinseln für Straßenbäume unterbrochen.

Um weiteren Spielraum für den Höhenausgleich zu gewinnen und dem Platz zudem definierte Kanten zu geben, wird an Nord- und Ostseite eine bis zu etwa 1 m hohe Mauer vorgesehen. Die Mauer besteht aus unregelmäßig großen Mauersteinen in Sandsteinoptik, da roter Sandstein in der angrenzenden historischen Bebauung oft verwendet wurde und noch heute das Ortsbild mitprägt.

Die Treppenanlage und die hier an die Pflanzinseln der beiden Straßenbäume anschließenden überhöhten, als Treppenwangen dienenden Mauern werden ebenfalls in Sandsteinoptik erstellt. Um Probleme mit der Streusalzunverträglichkeit und der Anfälligkeit für Veralgung und Vermoosung des Sandsteins zu vermeiden, wird eine Natursteinnachbildung aus Beton verwendet.

Ein halbrunder Sitzplatz wird als zusätzliches Gestaltungselement in die Nordostecke der Mauer eingeschoben. Innerhalb wird eine halbrunde Sitzbank angeordnet, die ein Sitzen nebeneinander wie auch ein gegenüber zulässt. Dadurch ergibt sich ein ausreichend einsichtiger, trotzdem etwas geschützter Bereich zum Verweilen und Ausruhen. Weitere Sitzbänke werden in der Flucht der Baumreihe und vor der Mauer an der Ostseite der Platzkante vorgesehen. Ergänzend werden Abfallbehälter berücksichtigt. Metallbügel dienen sowohl zum Schutz der Bäume, wie auch als Anlehnmöglichkeit für Fahrräder.

An der Südostecke des Platzes ist eine Mastleuchte der Straßenbeleuchtung vorhanden. Die hier anschließende südlich verlaufende gepflasterte Wegefläche wird mit zwei weiteren Mastleuchten ausgestattet, wovon eine direkt oberhalb der Treppen angeordnet ist, um insbesondere die Treppenstufen ausreichend zu beleuchten. Eine weitere Mastleuchte ist in der Nordostecke in unmittelbarer Nähe des halbrunden, in die Mauer integrierten Sitzplatzes, vorgesehen. So bleibt dieser Bereich auch bei Dunkelheit einsehbar und ermöglicht eine gewisse soziale Kontrolle. Eine Ausleuchtung der gesamten Platzfläche ist nicht angedacht.

Die Platzfläche wird mit einem wasserdurchlässigen Belag versehen. Der mittlere Bereich wird als Schotterrasenfläche hergestellt, während die Platzränder unter den Baumreihen mit einer wassergebundenen Kiesfläche befestigt werden. Als Entwässerungseinrichtung zur Abführung überschüssigen Oberflächenwassers dient eine den Platz im Westen und Süden zu den Pflasterflächen begrenzende Kastenrinne, die an die Kanalisation angeschlossen ist.Für die Entsorgung von Schmutzwasser, welches beim Festbetrieb anfällt (Toilettenwagen), werden zusätzliche Abläufe in der Fläche vorgesehen. Ein an der Südseite des Platzes angeordneter Verteilerschrank ermöglicht die Stromversorgung des Festbetriebs. Ebenfalls in diesem Bereich wird ein Hydrant installiert, um Wasser für eine Bewässerung der Pflanzung oder für den Festbetrieb entnehmen zu können.

Die auf der Westseite der Fläche vorhandenen großen Bäume müssen gefällt werden. Aufgrund der umfangreichen Erdarbeiten, Gelände- und Höhenveränderungen wird sehr stark in den kompletten Wurzelraum der Bäume eingegriffen, so dass schwere Schäden nicht zu vermeiden sind. Ebenso müssen zumindest Teile der Strauchpflanzung der Böschung zum Friedhof gerodet werden, um die Neuprofilierung und die Errichtung der Mauer am Fuß der Böschung zu ermöglichen. Neupflanzungen in Form zweier Baumreihen auf der Platzfläche und zwei Straßenbäumen an der Erbacher Straße sollen für Ausgleich sorgen und eine Fassung des Platzraumes schaffen.

Im Bereich der Böschungen werden schnellwachsende Bodendecker gepflanzt, die eine rasche Durchwurzelung und Befestigung der Böschung ermöglichen. Einzelne Solitärsträucher gliedern zudem die Fläche. Der Pflanzstreifen an der Ostseite des Platzes wird lediglich mit Bodendeckern und niedrigen Sträuchern bepflanzt, um die schöne Fassade nicht zu verdecken.

Für die Baumpflanzungen auf dem Platz und an der Erbacher Straße werden Apfeldornhochstämme (Crataegus lavallei ‚Carrierei‘) vorgesehen. Diese Bäume sind robust, halten im Herbst lange das Laub und bieten im Mai einen schönen Blühaspekt mit rosa-weißen Blüten sowie im Herbst einen dekorativen Fruchtschmuck mit roten apfelartigen Früchten, die sich lange am Baum halten.

Die Bauausführung ist für 2016 geplant.

Umgestaltung des alten Ortskerns in Seeheim

Im Jahre 2004 wurde die Gemeinde Seeheim-Jugenheim in das Landesprogramm „Einfache Stadterneuerung“ aufgenommen. Langfristiges Ziel ist die Aufwertung des gesamten erweiterten historischen Ortskerns. Als erste Maßnahme mit Initialcharakter wurde die Sanierung des engeren Ortskerns um das alte Rathaus an der Bergstraße durchgeführt.

Die im Alten Ortskern vorhandene Verkehrsregelung war stark auf den Kfz-Verkehr ausgerichtet. Durchgangsverkehr störte Fußgänger, parkende Autos verhinderten andere Nutzungen der platzartigen Aufweitung der Bergstraße (Alter Markt) vor dem Gasthaus zum Löwen. Die Aufenthaltsqualität und der Wohnwert waren stark reduziert. Der historische Ortskern hatte seinen ursprünglichen „Charakter“ und seine Funktion als Treffpunkt und Aufenthaltsraum verloren. Das durch den historischen Gebäudebestand gegebene Potenzial zur Attraktivitätssteigerung für Touristen blieb ungenutzt. Es war vorgesehen durch verkehrslenkende und verkehrsberuhigende Maßnahmen dem Straßenraum um das Alte Rathaus und den tangierenden Gassen ihre noch ablesbare historische Identität und Funktion zurückzugeben.

Nebenbei wurden weitere wichtige Ziele wie

  • Verbesserung des Wohnumfeldes
  • Verbesserung der Straßen- und Ortsgestalt
  • Rückgewinnung der sozialen Funktion des Straßenraumes
  • Verringerung der Abgas- und Lärmbelästigungen
  • Förderung des zentralen Wohnens
  • Beeinflussung der Investitions- und Modernisierungsbereitschaft
  • Förderung des wohnungsnahen Einzelhandels durch mehr Einkaufsattraktivität

erreicht.

Ein wichtiger, zentraler Bestandteil der Planung war die Reduzierung des fließenden und ruhenden Verkehrs, mit der Einführung des Mischprinzips, bei dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt den Straßenraum nutzen können.Nicht das Auto soll im Alten Ortskern dominieren. Der Straßenraum soll wieder Kontakt- und Aufenthaltsbereich für alle Bewohner und Besucher werden und zum Gehen, Bummeln, Reden und Sitzen einladen. Besonders bei der Neugestaltung des Alten Marktes soll der Eindruck entstehen, dass die Aufenthaltsfunktion wichtiger ist als der Fahrzeugverkehr.

Die geplante Maßnahme dient neben der Verkehrsberuhigung auch der Verschönerung des Stadtbildes durch einen ganz-heitlichen Straßenraumentwurf.

Die bestehende Trennung von Fahrbahn und Gehwegen durch Bordsteine bzw. Niveauunterschiede wurde im Zuge des niveaugleichen und behindertengerechten Ausbaus aufgehoben. Durch die Aufhebung der Verkehrstrennung wurde der Eindruck vermeintlicher Vorrechte der Kraftfahrzeuge im Fahrbahnbereich vermindert und eine Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, Mensch und Maschine, erwirkt.

Ebenso wurde eine optische Erweiterung erreicht. Die Plätze und Gassen wirken großzügiger.

Die Baumaßnahme wurde 2008 und 2009 in zwei Bauabschnitten realisiert.